
Über den Tod sprechen – bevor er plötzlich zum Thema wird
Das Schulprojekt von TrauDich
Kinder und Jugendliche beschäftigen sich früher oder später mit Fragen rund um Sterben, Tod, Trauer und Trost. Oft fehlen jedoch die Gelegenheiten oder die Menschen, offen darüber zu sprechen. Genau hier setzt unser Schulprojekt an.
In einem dreitägigen Präventionsprojekt schaffen wir einen geschützten Raum, in dem Fragen gestellt, Gefühle ausgedrückt und Gedanken geteilt werden dürfen – freiwillig, altersgerecht und ohne Tabus. Wir möchten Kindern und Jugendlichen Sprache, Wissen und Sicherheiten geben – bevor sie dringend gebraucht wird.
Vor Beginn jeden Projekts laden wir die Eltern zu einem Informationsabend ein. Dort erklären wir unser Projekt und sprechen unter anderem auch darüber, wie wir mit Sprache rund um Sterben und Tod umgehen – zum Beispiel, dass wir klar sagen:„Jemand ist gestorben“ statt „eingeschlafen“. Außerdem greifen wir Fragen, wie zum Beispiel rund um Beerdigung auf: Was passiert bei einer Beerdigung? Kann ein Kind mitgehen oder lieber nicht? Was ist zu beachten, wenn Kinder teilnehmen möchten?Ergänzend geben wir Buch- und Filmempfehlungen und weisen auf unsere Anlaufstelle TrauDich hin. So erhalten Eltern Einblicke in die Inhalte und werden zu dem ermutigt die Gespräche auch mit ihren Lieben fortzuführen.
An den ersten beiden Projekttagen arbeiten wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in der Schule. Der erste Tag widmet sich den Themen Sterben und Tod, der zweite den Themen Gefühle und Trauer. Am dritten Tag stehen Trost, Erinnerungen und persönliche Ressourcen im Mittelpunkt. Wenn möglich, besuchen die Schülerinnen und Schüler uns an diesem Tag im Hospiz und können so das Haus, die Menschen und das Besondere hier selbst erleben.
Begleitet wird das Projekt von ein bis zwei geschulten Ehrenamtlichen und mir, Jasmin Fries. Gemeinsam schaffen wir eine Atmosphäre, in der auch schwierige Themen – wie beispielsweise Suizid – altersgerecht und behutsam angesprochen werden können.
Immer wieder erleben wir, wie offen, neugierig und einfühlsam Kinder und Jugendliche über die großen Fragen des Lebens sprechen. Ihre Gedanken, Ideen und Vorstellungen – auch vom Leben nach dem Tod – bereichern uns und jede Projektgruppe aufs Neue.
Unser Schulprojekt möchte Mut machen, Fragen zu stellen, Gefühle ernst zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn wir sind überzeugt: Wer sich frühzeitig mit den Themen Sterben, Tod, Trauer und Trost auseinandersetzt, kann belastenden Situationen später mit mehr Handlungsfähigkeit und Zuversicht begegnen.








